Das Sonnenrot Festival 2010: Es hat Regen gegeben…
Juli 23rd, 2010 · Keine Kommentare
Text + Photos: Lucia Neppl und Julia Bemmerl
Auf diesem Festival ist der Name Programm. Bei fast 38°
und purem Sonnenschein (zumindest am Freitag) heißt einen der türkise Echinger See gleich beim Aussteigen aus dem Shuttle-Bus willkommen. Nachdem wir lange genug das kühle Nass des Badeweihers genossen haben, hat auch unsere Haut die Farbe des Festivals angenommen.
Als bald darauf die Töne der ersten Band „An Horse“ über den See schallen, will man erst gar nicht seine gemütlichen Platz auf der Wiese verlassen – aber die Musik überzeugt einen doch aufzustehen. Vor der Bühne lümmeln die meisten erst noch im Schatten. Doch als dann „Rainer von Vielen“ ihr Volksmusik-Cover von Sido’s „Mein Block“ zum Besten geben, bringen sie auch das letzte Tanzbein zum Schwingen.
Nach einer erneuten Abkühlung im See, folgt dann endlich unser persönliches Highlight des Tages: “Stereophonics“, deren Auftritt sogar heißer ist, als das Wetter! Die kurze Stunde mit den 4 Jungs und ihren coolen Sonnenbrillen ist wie eine Beachparty mit Wasserbällen. Sogar die Band spielt mit und beweist sich trotz viel Körpereinsatz als geniale Live-Band. Die Abkühlung von oben übernimmt – zumindest noch – die Feuerwehr. Dennoch schmelzen dann spätestens bei „Dakota“ alle Mädels dahin.
Am Abend herrscht, trotz des heftigen Gewitters, bei „Jan Delay“ super Stimmung und alle sind am Abdancen. Allerdings nur solange, bis Blitz und Donner zu nahe kommen und der Auftritt frühzeitig beendet werden muss. Zitat Jan Delay: „Die Bullen ham gesagt das Gewitter ist zu nah…. Ich will nicht sterben.“ Enttäuscht ziehen die meisten Fans zurück zu den Zelten und überlegen was sie mit dem restlichen Abend anfangen sollen, weil auch das Latenight-Special, die „Donots“ abgesagt wurden. Doch spätestens als man dann die Ankündigung hört, dass die fünf Ibbenbürener Jungs der Gefahr zum Trotz auftreten, stürmen viele wieder den kurzen Weg zurück auf das Festivalgelände. Das sich das Risiko gelohnt hat zeigt sich sofort, da die „Donots“ eine so mitreisende Show liefern, dass es sogar Jan Delay mitsamt seiner Disco No 1 noch einmal in Form einer Bolognese auf die Bühne zieht.
Als gelungen Abschluss des Tages gibt’s dann sogar noch Gansehäut-Feeling, indem das Publikum den letzten Song des Abends durch Chorgesänge in die Länge zieht. Mit diesem genialen Gefühl geht’s dann für die meisten ab ins Zelt.
Einen sanften Einstieg in den nächsten Tag liefern „The Marble Man“. Obwohl der „einzige Showeffekt“ in Form eines Weckers nicht klappt, bringen die vier Münchner alle in Schwung. Sogar soweit, dass es bei der nächsten Band „Disco Ensemble“ aus Helsinki bereits den ersten Pogo des Tages gibt.
Mit einem ruhigeren Auftritt folgen dann die bärtigen Schweden von „Friska Viljor“, bei deren Musik es richtig Spaß macht einfach nur zuzuhören und zuzusehen. Vor allem dem jesus-ähnlichen Sänger, der auf einer kleinen Mandoline spielt, sieht man die Freude an der Musik an und lässt sich bereitwillig davon anstecken. Bei „The Sounds“ fängt es erneut an zu regnen und so werden Poncho und Gummistiefel wieder ausgepackt.
Danach kommt „Bonaparte“. Ein zottiger Bär in Uniform und ein Engel mit riesigem Babykopf erscheinen auf der Bühne. Zum ersten Mal herrscht richtiges Gedränge und es ist schwer einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern, obwohl sie nur auf der kleineren der beiden Bühnen spielen. Durch ständige Kostümwechsel wirkt ihr Auftritt wie eine „Circus Show“, zu der außerdem Dragqueens, die ihre Hüllen fallen lassen und mit Bonbons werfende Blondinen in Dirndl gehören. Damit liefern die verrückten Berliner von Bonaparte für uns den besten Auftritt des ganzen Festivals.
Von heftigem Regen bis auf die Haut durchnässt, konnte man im Anschluss die Deutschpopper „Tocotronic“ bewundern. Auch „The Notwist“, „Maximo Park“ und „ Adam Green“ wurden leider von strömendem Regen begleitet, was zu immer schwindenderem Publikum führte.
Insgesamt ist das Sonnenrot-Festival wirklich zu empfehlen! Vor allem für alle, die Lust auf entspannte, gemütliche Atmosphäre, ein gemischtes Publikum und ein schönes Ambiente am See haben. Trotz Regen und kleineren Mängeln herrschte an dem ganzen Wochenende sehr gute Stimmung und Spaß an der Musik. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei! Und wer sich so ein cooles Festival entgehen lässt, der ist selber schuld!
Tags: Berichte














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