Afrika Karibik Fest 2009
Juni 29th, 2009 · Keine Kommentare
Das ist es, was man nach einem ermüdenden Southside-Wochenende dringend braucht: Sehr relaxte Atmosphäre, reichhaltige Natur, einen Fluss zum Baden, ein nicht zu überladenes Line-Up, eine ausgewogene Mischung an Newcomer-Bands und bekannten Publikumsmagneten, gesundes Essen und Weltkultur. Und kein Beck’s.
Das alles gab’s auf dem Afrika Karibik Fest in Oettingen auf der wunderschönen Wörnitzinsel. Lange Wege vom Parkplatz bis zum Campinggelände gibt’s nicht: Das Zelt schlägt man direkt neben dem Auto auf der kleinen Wiese zwischen alten Bäumen auf. Lange Absperrungen sind unnötig denn das Campen ist beim Afrika Karibik Fest kostenlos. Die mobilen Toiletten sind sogar mit Wasserspülung. So viel Luxus ist man gar nicht mehr gewöhnt. Überhaupt merkt man dem kleinen Festival die Liebe zum Detail an. Das Team um die drei Veranstalter Micha, Bommel (ich hoff’ ich schreib das jetzt korrekt) und Uwe strahlt eine Motivation und Freude aus, die man auf den großen, kommerziellen Festivals vergeblich sucht. Ganz Oettingen steht hinter dem Fest, das nun schon zum dritten Mal auf der Wörnitzinsel stattfindet.
Das Freitagsprogramm begann sehr gemütlich um 18:00 Uhr. Genügend Zeit um in aller Seelenruhe Zelt und Pavillion aufzustellen und mit gemütlichen Schlafsäcken zu bestücken. Vorausgesetzt natürlich man hat einen Schlafsack dabei. Ich hatte meinen vergessen. Es war kalt. Egal. Musik gab’s von den Beach Bums, Moskovskaya, Jamaram und meiner absoluten Favoriten-Band an diesem Abend: Cashma Hoody aus Frankfurt. Ich muss gestehen dass ich diese Band zuvor noch nicht gekannt hatte. Aber seit dem Auftritt dort, läuft die Platte in der Dauerschleife (übrigens auch im Breitengrad°38-Webradio). Rock, Reggae, Dancehall, gemischt und garniert mit sphärischen Dub- und Didgeridoo-Klängen und treibenden Djemben-Rhythmen. Weltmusik, richtig schön. Mitreissend und tief beeindruckend. Besonders live.
Die Nacht von Freitag auf Samstag verbrachten wir dann zu weiten Teilen mit mehreren Leuten auf dem Zeltplatz die E-Gitarre, Gesangsmikrofon, Verstärker und Trommeln mitgebracht hatten. Live-Musik die ganze Nacht. Grandios.
Auch den Samstag Morgen konnte man guten Gewissens dem gediegenen Chillen widmen: Die erste Band begann erst um 15:00 Uhr. Das mit dem gemütlichen Genießen des Lebens an sich hätte auch wunderbar funktioniert, hätte es nicht den halben Tag verregnet. Nun, bei einer gemeinsamen Shisha mit Zeltnachbarn unter dem Pavillion ist das mit dem Wetter aber sowieso eher Nebensache. Pünktlich zum Sonnen-Song von Ras Dashan aus Ingolstadt begann dann die Sonne wieder zu strahlen! Hat sich der dicke P. mal wieder ‘nen Spaß erlaubt. Der Bengel. Danach rockten die gerade mal 16-jährigen Jungs von Zico & The Noisemakers die Bühne. Ziemlich cool. Martin Jondo. Jeder der Martin Jondo schon mal live gesehen hat weiß: das ist was richtig Besonderes. Nur Gitarre, Bass, Cajon und Gesang. Eindringlich, authentisch und kraftvoll. Mit seinem neuen Album “Pure” kehrt der in Berlin aufgewachsene Musiker zu seinen Wurzeln zurück. Singer/Songwriter-Klänge mit Affinitäten zum Blues, Soul, Folk, ja sogar zum Pop.
Nach diesem berauschenden Konzert ging’s zunächst zurück zum Zeltplatz. Schließlich muss man sich zwischendurch auch mal was Essbares gönnen.
Entspannte Gespräche mit Zeltnachbarn überbrückten die Zeit bis zum Headliner des Abends: Mono&Nikitaman. Druckvoller Partysound, tief in der Nacht. In ihre Songs arbeiten sie Fragmente bekannter Lieder, z. B. Kids von MGMT ein. Oder vielleicht müsste man auch sagen, in bekannte Song arbeiten sie ihre Texte ein. Wie auch immer: Stimmung macht ihre erstklassige Live-Musik auf jeden Fall. Auch um 2 Uhr morgens. Mono&Nikitaman verstehen es wie nur sehr wenige, das Publikum vor der Bühne zum wilden Ausflippen zu bewegen. Ein, wie ich finde, perfekter Ausklang eines gechillten Festivaltages.
Das Afrika Karibik Fest in Oettingen ist ein kleines Festival mit großer Liebe zum Detail, das ich jedem ans Herz legen möchte. Ich hab’ selten ein so entspanntes Festival gesehen wie dieses – und freu’ mich schon auf’s nächste Jahr. Großes Lob an alle, die das möglich gemacht haben!
Danke an Hanna für die Photos!











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