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Mäg #02

Maegaziine CoverErschienen: Januar 2010

EDITORIAL

Die Süddeutsche Zeitung stellte unlängst die Frage: “Ist Pop noch zeitgemäß?” Und es sieht ganz danach aus, als seien die Zeiten einzelner, großer, weltbekannter Bands, Megastars und Labels die in ewigem Reichtum schwimmen tatsächlich vorbei. Das Problem mit dem Pop sei, so Max Fellmann, Redakteur des SZ-Magazins, dass er sich in einer Endlosschleife befände. Er hätte sich zu oft selbst zitiert. Banal gesprochen: Dem Pop gehen die Ideen aus.

Dabei gibt es so viele, so gute Ideen! Überall auf der Welt. man muss sie nur finden. Finden wird man diese Ideen freilich nicht bei Warner, Universal oder Virgin. Wo man dann mit der Suche beginnen muss? Unter dem Radar! Es freut mich sehr, dass Du mit uns auf den zweiten Teil dieser spannenden Suche kommst! Und es gibt viel Neues zu entdecken…

Ach ja, natürlich ist der Pop nicht tot. Er zitiert sich und erfindet sich dabei in gewisser Weise immer wieder neu. Für den Moment.

INHALT

das gibt’s im mägaziine…

Psychedelic Sanft kringelige Rauchschwaden steigen zwischen meinen Lippen empor, tanzen in der Luft lustige Spiralen und Wölkchen herbei. Wir sitzen gemütlich auf einem rieseigen Kissen, unsere Flaschen neben unseren besockten Füßen gestellt, während das Mundstück stets hin und her wechselt. Man vergisst die Zeit, lässt sich gehen.

Die Bandbreite an Bands explodierte um 1966 förmlich. The Jimi Hendrix Experience wurde gegründet, “Pet Sounds”, das experimentielle Album der Beach Boys, erblickte das Licht der Welt, die Beatles brachten “Revolver” heraus und The Velvet Underground wurde unter die Fittiche von Andy Warhols Genie genommen. Auch Pink Floyd, damals noch mit ihrem Mastermind Syd Baret, brachten ihre Single “Arnold Layne” auf den Markt. Der Psychedelic manifestiere sich und brachte in den vier Jahren, in denen er seinen Höhepunkt feiern durfte, wunderbare Kunstwerke hervor, die bis heute unerreicht sind und quasi als heilig verehrt werden.

You Got To Give Respect Nicht jedem sagt dieses Zitat eines berühmten Underbround-MCs etwas, doch in Kreisen der Hip Hop Kultur zählt diese Floskel wie ein Grundsatz. Wenn man durch Regensburgs schöne Altstadtgassen schlendert und sich ein bisschen genauer umschaut, sticht eins sofort ins Auge: Es ist das, was Erwachsene meist als Geschmiere abtun und was viele nicht als Kunst sehen: Graffiti und Tags.

Mason Dixon Line Im Sommer 2009 liegt Riedenburg eine Stunde lang nicht in Bayern. Die Bühne und der Agathasee und Regensburg verschwinden im Jaulen der Pedal Steel von Martin Haygis und Sebastian Trolls Gesang, um irgendwo im südlichen Nordamerika wieder aufzutauchen. Auch als Mason Dixon Line nach über einer Stunde die Bühne verlassen, bleibt ein Gefühl der Weite und Ferne, das nicht so recht verschwinden mag. Bei einer Band, die Jon Krakauers “Into Thin Air” als Einfluss angibt eigentlich kein Wunder…

The Prosecution Es ist Dezember 2008. Die Songs für das Debüt-Album der Band sind, bis auf die Texte, so gut wie fertig. Geschrieben hat sie allesamt Tini. Es wird beraten, diskutiert, überlegt welche der zahlreichen Songs es auf das finale Album schaffen werden. Neue Einflüsse, verschiedene Stilrichtungen und Arrangements – alles will genau überlegt und geplant sein, schließlich sollen die Aufnahmen noch im kommenden Sommer über die Bühne gehen.

Tele Verhaltet ihr euch manchmal selbst wie Tiere? “Nö, das machen wri nicht! Okay, im Tourbus vielleicht. Wenn der eine auf’s Klo muss, der Andere Sauer is’ weil wir zu spät kommen, der Dritte einen Film anschauen will, beim Vierten die Playstation abkackt usw. Dann gibt’s Stress und wir prügeln uns gerne mal”, “…aber es bleibt im Tourbus!”

The Gentle Lurch Für langsame Musik ist es oft schiwerig, mit der popkulturellen Schnellebigkeit Schritt zu halten. Wenn sie beharrlich bleibt, überholt sie freilich nicht den behänden Mitbewerber. Aber sie übersieht in ihrer Ausfürhlichkeit auch nicht die Kleinigkeiten der banalen Peripherie und schärft die Sinne für das verlorene Wesentliche.

Tonwertkorrektur Wenn ihr grad von “roher” und “echtem” Klang redet, hier meine abschließende Frage: Hättet ihr gerne dieses typische Bild der Indie-Band mit verstaubtem Proberaum von euch? “Nein, wir wollen uns ja kein Image aufbauen. Wir sind nur einfach keine Band die sich zum Beispiel mit Sonnenbrillen auf die Bühne stellt und eine Show abzieht. Und so “echt” soll die Musik auch klingen, wie bei einem Konzert von uns”, “Es gibt halt Studiobands, die live oft nicht überzeugen. Unsere Hörer sollen aber eben den Eindruck eines Tonwertkorrektur-Konzerts mit nach Hause nehmen können. Also sperren wir uns diesmal gleich eine Woche im Studio ein und setzen uns beim Abmischen daneben, damit der Sound authentisch bleibt.”

Fugitive Dancer Das war damals, als ich noch klein war. Wir hatten ein Klavier bei uns daheim stehen weil meine Schwester Unterricht hatte. Im Klavierspielen. Warum ich nie Klavierunterricht hatte? Keine Ahnung.  Unerfindliche Gründe vermutlich. Sonst wäre ich heute Pianist! Hm, das muss dann irgendwo zwischen “Nirvana” und “Oasis” gewesen sein, als ich merkte dass ich die Musik nicht im Vorbeigehen hören kann. Da war ich so sechzehn, siebzehn. Ich fing an zuzuhören. Kurze Zeit später traten “Coldplay” in mein Leben.

Iceland Airwaves Festival Ich merkte, dass es richtig war, Jens mitzunehmen. Unsere Island-Reisegruppe hatte sich in den letzten vier Jahren immer jährlich um mindestens eine Person vergrößert. Heuer waren wir erstemals zu sechst nach Island geflogen, um das Iceland Airwaves Festival mitzufeiern. Jens, selbst Musiker, stand neben mir im Keller einer isländischen Postfiliale und konnte nicht glauben, was er hörte und sah. Gerade eben hatten wir in einem Club names “Sódóma” noch ein paar – gerade mal volljährige – Jungs gesehen, die sich Soundspell nannten und so klangen, wie Radiohead zu ihren besten Zeiten (“A Kid”). Jetzt im Keller standen vielleicht mal 15- oder 16-jährige namens “We Went To Space” auf der Bühne und klingen… Genau wie Radiohead zu ihren zweitbesten Zeiten (“OK Computer”).

Blue King Brown Eure Songs sind sehr sozialkritisch. Es geht um Gewalt gegenüber Ureinwohnern, Raubbau an der Natur, korrupte Politiker und egozentrische Manager. Ist eine Vorstellugn von einer heilen Welt ohne alledem nicht naiv? “Weißt du, wir glauben an die Veränderung die sich über eine lange Zeit hinweg auf unserem Planteten zusammengebraut hat. Das Bewusstsein für unsere Erde verändert sich! Wir merken das – in jedem Land in dem wir spielen. Es ist ein außergewöhnlich inspirierendes und mächtiges Phänomen und ich denke, was wir zu tun haben ist uns zu erinnern, dass wir alle auf und mit der Erde verbunden sind. Es ist unser gemeinsames Zuhause. Und wenn wir uns nicht darum kümmern – wer denn dann? In der Tat haben wir uns schon viel zu lange nicht darum gekümmert, und stehen nun vor einer Katastophe. Darum singen wir über die Dinge über die wir singen. Die Botschaft die in unseren Songs steckt heißt: Gemeinschaft. Und dass jeder Einzelne erkennt, dass er selbst sehr viel für eine gemeinsame Zukunft aller beitragen kann.”

Departure Lounge War die Band auf ihrem Erstlingswerk “LIVE” noch eine instrumentale Combo, spielten sie live bereits mit Mark Vanilau, einem Soul-Sänger von dem man mit Sicherheit noch viel hören wird, und Sacha Vee, die aktuell mit ihren eigenen Soulband auf Tour ist und bereits mit Neuseelands Top-Acts wie Holly Smith oder Shapeshifter zusammengearbeitet hat. Sie verliehen dem Departure Lounge-Sound noch mehr Tiefe und Gänsehautgefühl. Am 3. Oktober erschien nun der langersehnte Nachfolger “In Sessions”…

Roy G And The Bivinators Roy G And The Bivinators startete als Soloprojekt. Ich schreib und spielte meine eigenen Songs auf kleinen Bühnen und als Straßenmusiker in Neuseeland und Australien. Heute hat es sich in ein lebendiges Musikprojekt verwandelt udn wir bekommen viel Unterstützung von überall auf der Welt. Wir hoffen, bald international touren zu können, auch in Deutschland. Im Moment sind wir dabei, unser erstes Album “The Rainbow Throw” zu veröffentlichen.

MIXTAPE

das gibt’s zum Runterladen: Songs, die den Montag zum Freitag werden lassen…

Musik

#01 ROY G and the BIVinators – Everything You Hear
#02 Departure Lounge – Between The Sheets (feat. Mark Vanilau)
#03 Jess Harlen – Step Back
#04 Medassi – Bushfire Dub
#05 Cook Rays Gone – From Unit Earth To Universe
#06 Fugitive Dancer – Gravity

Videos

#01 Breitengrad°38: Ice ‘N’ Unplugged 2009 feat. Ohrange, Radio Haze, Fugitive Dancer
#02 Fugitive Dancer – Gravity
#03 Blue King Brown – Rush

> Herunterladen (den Download-Code findest du auf Seite 27 im mägaziine)

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